Kindliche Bindung – Relevanz für Entwicklung und Therapie
Kursnummer: 72.27
7.+ 8. Oktober 2027
Ort: online Mitgliederpreis: 400 Preis für Nichtmitglieder: 600
Kindliche Bindungserfahrungen wirken sich prägend auf das Gefühl von Sicherheit und den Explorationswillen eines Kindes aus. Außerdem spielen frühe Bindungserfahrungen eine Rolle in der Resilienzentwicklung und somit in der psychischen Robustheit eines Menschen im weiteren Verlauf seines Lebens. In diesem Seminar lernen die Teilnehmer welche Bindungserfahrungen den unterschiedlichen Bindungsmustern zugrunde liegen, und wie eine unsichere oder desorganisierte Bindung sich von Bindungsstörungen unterscheiden. Außerdem erfahren sie, welche Auswirkung unsichere Bindungserfahrungen auf die Entwicklung, schulischen Leistungen und den Therapieverlauf haben können und wie Therapeut*innen damit umgehen können.
Lernziele:
- Die TN kennen nach dem Seminar die verschiedenen kindlichen Bindungsmuster und können ihr therapeutisches Herangehen dementsprechend planen oder anpassen
- Die TN kennen den Unterschied zwischen Bindungsmustern und Bindungsstörungen
- Die TN wissen, welchen Einfluss Bindungsmuster auf die Entwicklung und das Lernen haben können und verstehen, wie sich kulturelle Unterschiede, Trauma oder Kriegserfahrungen bezogen auf Bindung präsentieren
Kursprogramm/Inhalte:
Die Bindungsforschung liefert wichtige Erkenntnisse über die besonderen Bedürfnisse von Kindern nach Sicherheit und Geborgenheit einerseits und dem Ausleben ihres Erkundungsdrangs und der Entwicklung von Selbstständigkeit andererseits. Diese Erkenntnisse haben sich im Umgang mit Familien in der therapeutischen Praxis als hilfreich erwiesen. Manche kindlichen Verhaltensweisen treten gehäuft bei bestimmten Bindungsmustern auf und können Therapeut*innen als mögliches Signal für eine Bindungsauffälligkeit dienen. Da psychische Auffälligkeiten eng mit unsicheren und desorganisierten Bindungen assoziiert werden, kann eine problematische Bindungsorganisation als Risikofaktor für die gesunde Entwicklung eines Kindes angesehen werden. Im Falle einer Bindungsproblematik ist es sinnvoll, die therapeutische Intervention entsprechend anzupassen und der unterstützenden Elternarbeit einen besonders hohen Stellenwert einzuräumen.
Die Rolle des*der Therapeuten*in in der Bereitstellung verlässlicher Bindungserfahrungen und ein sinnvolles therapeutisches Herangehen wird erarbeitet. Unterschiedliche Interventionsformen die begleitend eingesetzt werden können, werden vorgestellt.
Datum: Donnerstag/Freitag, 7.+ 8. Oktober 2027
Ort / Zeit: online / 09.00-17.00 Uhr
Leitung: Anja Junkers, Ergotherapeutin, M.Sc.OT, Autorin
Zielgruppe: Dipl. Ergotherapeut*innen
Kosten: EVS-Mitglieder: CHF 400.00 / Nichtmitglieder: CHF 600.00
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Einganges berücksichtigt.
Anmeldeschluss: 04.09.2027