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smarter medicine

«Choosing Wisely Switzerland»

Der gemeinnützige Verein smarter medicine hat in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit diversen Gesundheitsberufsverbänden sogenannte Top-5-Listen publiziert. Dies mit dem Ziel, in den jeweiligen Bereichen Behandlungen aufzuführen, die unnötig sind und nicht in erster Linie dem Wohle der Patient*innen dienen. Damit soll ein wichtiger Beitrag geleistet werden, Über- und Fehlbehandlungen im Schweizer Gesundheitswesen zu vermeiden.

NEU! EVS und smarter medicine spannen zusammen

Seit Juni ist der EVS Partner von smarter medicine. Zusammen mit den anderen Partnerorganisationen unterstützt er die Ziele des Vereins, insbesondere:

  • Die aktive Sensibilisierung für das Thema der Über- und Fehlversorgung im Schweizerischen Gesundheitswesen;
  • Die Befähigung der Bevölkerung beim Thema der Über- und Fehlversorgung mitentscheiden zu können;
  • smarter medicine als Mittel zur Verbesserung der Behandlungsqualität und nicht primär mit dem Ziel der Kostensenkung zu positionieren;
  • Die Verfolgung eines interprofessionellen Ansatzes;
  • Einsatz für die Verbindlichkeit der Top-Five-Listen der Fachgesellschaften.

Die Top-5-Empfehlungen des EVS

Der EVS hat auf Basis der Top-10-Liste der AOTA und unter Einbezug seiner Mitglieder folgende Top-5-Empfehlungen für die Ergotherapie in der Schweiz definiert.

1. Keine ergotherapeutischen Interventionen, ohne das Betätigungsprofil der Patientinnen und Patienten erstellt und gemeinsame Therapieziele definiert zu haben.

2. Keine sensorischen Interventionen für einzelne Kinder oder Jugendliche, ohne dass dokumentierte Bewertungsergebnisse zu den Defiziten bei der Aufnahme oder Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen vorliegen.

3. Keine Schlinge für Patientinnen und Patienten mit einem gelähmten Arm, die die betroffene Gliedmasse über einen längeren Zeitraum in Beugestellung hält.

4. Keine kognitiven Therapiemassnahmen anbieten ohne direkte Anwendung auf die Betätigungsperformanz.

5. Keine Massnahmen zum Gehtraining anbieten, die nicht mit der funktionellen Mobilität im persönlichen Umfeld verbunden sind.

Die Kampagne «smarter medicine Switzerland»

Die Kampagne «smarter medicine Switzerland» ist Teil einer weltweiten Bewegung zur Förderung einer evidenzbasierten und patient*innenzentrierten Medizin sowie zur Reduktion unnötiger Behandlungen. Im Zentrum dieser Kampagne stehen Top-5-Listen aus klinischen Disziplinen mit je fünf medizinischen Massnahmen, die das Thema Fehl- und Überversorgung aufzeigen.

Lesen Sie dazu den Artikel von Beatrice Ottiger und Cathrin Marthe: «Mehr Medizin ist nicht immer ein Plus» (erschienen in der «Ergotherapie» 2|22)

Der Verein smarter medicine stellt Flyer für Fachpersonen und Laien zur Verfügung:
👉 Informationen und Flyer-Downlaod

Angepasst an die Schweiz

Im Jahr 2021 beschloss der EVS, sich ebenfalls an dieser Kampagne zu beteiligen und fünf Empfehlungen einzureichen. Vorlage waren Übersetzungen der zehn Empfehlungen der American Occupational Therapy Association (AOTA , Choosing Wisely) (s. Artikel von Beatrice Ottiger „Gegen Fehl- und Überversorgung“ in  der „Ergotherapie“ 6|23). Die zehn AOTA-Empfehlungen wurden an verschiedenen Treffen für Leiter*innen und Inhaber*innen von Ergotherapie-Praxen bzw. für Führungskräfte von Ergotherapie-Einrichtungen im stationären Bereich sowie in Qualitätszirkeln, an Sektionstreffen und im Austausch mit Stellen des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Handrehabilitation (SGHR) vorgestellt und diskutiert. Die Rückmeldungen wurden ausgewertet und umgesetzt. Auf diese Weise konnten die fünf Empfehlungen ausgearbeitet werden. Die Empfehlungen sind also nicht neu, sondern kulturell angepasst und, in Einklang mit den Richtlinien der Kampagne, leicht umformuliert.

Wissenstransfer fördern

Am 26. April 2025 wurden die Top-5-Empfehlungen für die Ergotherapie in der Online-Ausgabe der Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ) publiziert, mit dem Ziel den Wissenstransfer zwischen den verschiedenen Gesundheitsbereichen zu fördern.

Grosses Engagement

Unter der Leitung der beiden Ergotherapeutinnen Beatrice Ottiger und Cathrin Marthe und dank der aktiven Mitarbeit zahlreicher EVS-Mitgliedern konnte das Projekt Smarter Medicine in der Ergotherapie in den letzten Jahren entwickelt und umgesetzt werden. Der EVS dankt allen Beteiligten, insbesondere Beatrice Ottiger und Cathrin Marthe, herzlich für das grosse Engagement, mit dem sie dieses Projekt vorangetrieben haben.

Trägerverein smarter medicine

Die gemeinnützige Organisation smarter medicine setzt sich seit dem Jahr 2014 gegen eine Über- beziehungsweise Fehlbehandlung in der Schweizer Medizin ein. Um ihre Ziele zu erreichen, fördert der Verein die Diskussion und die Forschung zu unnötigen Behandlungen. Er stellt Informationsmaterial zur Verfügung und gibt in sogenannten «Top-5-Listen» regelmässig Empfehlungen an das medizinische Fachpersonal sowie an Patient*innen ab.

👉 Zur Website smarter medicine

Kontakt: evs-ase@ergotherapie.ch

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